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egovpartner Anlass 2016

20.09.2016 - Mitteilung

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Am Donnerstag, 18. August 2016 fand der diesjährige egovpartner Anlass im Chesselhuus in Pfäffikon ZH statt. Er stand ganz im Zeichen von «eUmzugZH». Regierungsrätin und Vorsitzende des Steuerungsausschusses egovpartner, Jacqueline Fehr, startete fulminant. «E-Government ist eine Sache der Führung. Beispiele wie eUmzugZH sind gut, jedoch erst der Anfang». Es muss ein Umdenken stattfinden. Das Schlagwort dazu lautet «digital first». Einer der Höhepunkte setzte gegen Ende der Veranstaltung Prof. Dr. Robert Krimmer. Er gab Einblick wie E-Government in Estland funktioniert.

«Once Only» Die Daten sollen nur einmal erfasst werden

Die einleitenden Worte von Regierungsrätin Jacqueline Fehr sind klar. «E-Government ist eine Sache der Führung und muss ganzheitlich vorangetrieben werden.» Es werden zwar einzelne Angebote realisiert, die Umsetzung von E-Government muss jedoch koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Dabei müssen die Prozesse grundsätzlich hinterfragt und angeschaut werden. Gerade vor kurzem musste Frau Fehr bei einem Arztbesuch das Patientenblatt von Grund auf ausfüllen. Dies nicht zum ersten mal. «Once Only» heisst hier das Zauberwort. Daten die bereits einmal erfasst wurden, sollen für verschiedene Dienstleistungen abgerufen werden können. Für den Inhaber soll ersichtlich sein, wer darauf zugreift. Das ergibt die notwendige Sicherheit.

Die Ausbreitung elektronischer Behördenleistungen

Die Zusammenarbeit Kanton und Gemeinden im Kanton Zürich funktioniert. Das zeigt die aktive Unterstützung und Beteiligung am Anlass. Neben dem Hauptpartner, der Staatskanzlei, welche prominent durch Staatsschreiber Beat Husi vertreten war, hat die Stadt Zürich, die Gemeindeverwaltung Pfäffikon sowie der Verband Zürcher Einwohnerkontrollen VZE einen massgeblichen Beitrag geleistet.

Wie Bund, Kantone und Gemeinden im E-Government organisiert sind, zeigt Dr. Peppino Giarritta als Vorsitzender des Planungsausschusses E-Government Schweiz auf. Hauptberuflich leitet er die Stabsstelle E-Government des Kantons Zürich und bringt damit einen grossen Erfahrungsschatz in die Bundesebene ein.

«eUmzugZH» das Praxisbeispiel für gute Zusammenarbeit

«Jetzt mached emal vorwärts, mir mached mit!» Dies sagte der Stellvertretende Direktor des Bevölkerungsamtes der Stadt Zürich, Franz Behrens im Jahr 2013 zu den E-Government-Verantwortlichen und wurde damit zur Vaterfigur von eUmzug. Während drei Jahren rangierte das Vorhaben «eUmzugZH», der elektronische Umzugsservice, auf der Projektportfolioliste von egovpartner. Im Juli 2016 konnte das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden. Es zeigt, dass die Gemeinden gemeinsam mit dem Kanton grosse Vorhaben umsetzen können. Ein spezieller Dank gebührt hier auch dem Gemeindeamt unter der Leitung von Arthur Helbling. Das Gemeindeamt fungierte als Auftraggeber und stellt nach dem Projektabschluss die Betriebsorganisation für den Umzugs-Service sicher.

Unter der Leitung von Lukas Steudler blicken Sergio Gut, Stefanie Zanolari und Lukas Weibel in einem Podiumsgespräch auf das Projekt zurück. Für die Zusammenarbeit vor allem interessant ist natürlich, ob egovpartner etwas zum Gelingen beitragen konnte. Dies wird sowohl von Gemeindeseite wie auch von der Projektleitung klar bejaht. Trotz aller positiven Voten zeigte Lukas Weibel auch die Herausforderungen auf, die ein Projekt, das sich über mehrere föderale Ebenen erstreckt, mit sich bringt: «Es war weniger die technische Komplexität als vielmehr die Koordination zwischen den Projektpartnern.»  Neben den Gemeinden und den kantonalen Stellen, waren dies auch die verschiedenen Hersteller von Einwohnerkontrolllösungen, das Bundesamt für Statistik, das mit «sedex» die Datentransportschiene zur Verfügung stellt und der Verein eCH, der die Datenaustauschstandards definiert.

Doch mit dem Abschluss von «eUmzugZH» ist das Ende noch nicht erreicht. Bis Ende Jahr finden die Aufschaltungen der Zürcher Gemeinden statt. Fast alle haben sich auf freiwilliger Basis dafür angemeldet. Per 1. September 2016 sind 90 Gemeinden online und der Service wurde über 2500 mal genutzt. Von Anfang an war klar, dass «eUmzugZH» das Pilotprojekt für den nationalen Umzugsservice «eUmzugCH» ist. So wird fleissig daran gearbeitet, eUmzug auch in weiteren Kantonen einzuführen.

E-Government in Estland aus Sicht eines Auslandösterreichers

egovpartner möchte sich nicht auf dem erreichten Zustand ausruhen, sondern die Gäste mit Visionen in den Abend verabschieden. Prof. Dr. Robert Krimmer von der University of Technology Tallinn übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe. Er zeigt auf, wie Estland konsequent nach dem Motto «digital first» lebt. Mit einer Fläche von rund 45'000 km2 und lediglich 1.32 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Estland eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas - aber das wohl digitalste Land der Welt! «Unter dem Begriff E-Stonia setzen wir konsequent auf Digitalisierung.» Den Bürgerinnen und Bürgern stehen über 600 eServices und der Wirtschaft mehr als 2400 Online-Angebote zur Verfügung. Das von Regierungsrätin gewünschte «Once Only Prinzip» ist in Estland Realität. Lesen Sie mehr dazu im egovREPORT 2/2016, der Anfangs Oktober 2016 erscheint.

Fotos vom Anlass

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